Das Gottesgnadentum des Deutschen Kaisers.

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Wir wollen heute auch endgültig mit einer weiteren niederträchtigen Desinformation aufräumen, die in Videos und sozialen Medien immer wieder gerne genutzt wird, um den Deutschen ihr rechtmäßiges Erbe madig zu machen:

Das Gottesgnadentum des Deutschen Kaisers.

Eine beliebte und häufig aufgestellte Behauptung lautet: Der König von Preußen als Präsident des Bundes mit dem Titel Kaiser, müsse, weil er die Ehrenfloskel „von Gottes Gnaden“ führt, logischerweise ein Vasall des Vatikans sein und somit müsse das Deutsche Reich automatisch ein Lehen des Papstes und dem römischen bzw. dem kanonischen Recht unterworfen sein.

Dem kann man nur entgegnen: Bitte, lernt einfach die deutsche Geschichte.

Da das deutsche Bildungssystem seit nunmehr 73 Jahren den verleumderischen Lehrplänen der Besatzer untersteht, die „fanatisch entschlossen sind, dem deutschen Volk jegliches Vermächtnis von Bismarck, dem letzten Kaiser und Hitler vorzuenthalten“ [1], werden wir nun an dieser Stelle Licht ins Dunkel der Geschichte bringen.

Das Heilige römische Reich deutscher Nationen ging im Jahr 1806 mit der Niederlegung der Kaiserwürde des Hauses Habsburg unter. Ursächlich dafür war die Niederwerfung Europas durch Napoleon Bonaparte, dem selbsternannten Tyrannen-Kaiser, dem erst durch den Befreiungskrieg der Jahre 1813 bis 1815 Einhalt geboten werden konnte. An der Vernichtung Napoleons trugen das zaristische Russland und das Königreich Preußen die Hauptlast, das Königreich Preußen stieg damit endgültig zur Großmacht in Europa auf und trug in der Folge auch die entscheidende Rolle bei der Neugründung des Deutschen Reiches, wie sie 1871 erfolgte.

Das Präsidium des Bundes mit dem Titel Deutscher Kaiser wurde dem König von Preußen als Staatsoberhaupt des flächenmässig größtem, militärisch und wirtschaftlich stärkstem Bundesstaat des Reiches zugedacht. Als pares inter parem (lat. Gleicher unter Gleichen) aber auch primus inter pares (lat. Erster unter Gleichen) führte er den Vorsitz des Bundes und als solcher hatte er in Kraft zu setzen, was Reichstag und Bundesrat für Recht erkannten und beschlossen.

Und so findet sich gleich auf der ersten Urkunde, die Wilhelm in seinem Amt als Kaiser zu unterzeichnen hatte, nämlich die Verfassungsurkunde des Deutschen Reichs, folgende Ehrenfloskeln als Einleitung:
Verfassungsurkunde des Deutschen Reiches

Wir Wilhelm,
von Gottes Gnaden
Deutscher Kaiser, König von Preußen
etc. etc. etc.

Dieses „von Gottes Gnaden“, der Stein des Anstosses für manch geschichtsvergessenen (oder gar bewußt falschinformierenden) Zeitgenossen, wollen wir nun näher beleuchten.

War der König von Preußen ein Vasall des Papstes, ein Knecht Roms, ein Verfechter des römischen oder kanonischen Rechts?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir tiefer in die preußische Geschichte tauchen.

Das Königreich Preußen wurde 1701 gegründet, der brandenburgische Kurfürst Friedrich III. aus dem Hause Hohenzollern liess sich in Königsberg/ Ostpreußen zum König in Preußen krönen. Bei der Krönung gelobte Friedrich III. „Preußische Könige seien um ihrer Untertanen willen in der Welt und nicht die Untertanen um der Könige Willen.“ Dies gelobten fortan alle preußischen Könige bei ihrer Krönung.

Bei Wikipedia lesen wir über die Krönung des Kurfürsten Friedrich III. zu König Friedrich I. zudem folgendes:

„Am 13. Dezember 1700 setzte sich nach erhaltener Erlaubnis Kaiser Leopolds I. ein langer Zug von Berlin nach Königsberg, der preußischen Hauptstadt, in Bewegung. Die Krönungsfeierlichkeiten fanden am 18. Januar 1701 statt. Um aller Welt seine Souveränität zu dokumentieren, setzte Friedrich sich in der Schlosskirche des Königsberger Schlosses die Krone selbst aufs Haupt, krönte dann seine Gemahlin Sophie Charlotte und ließ sich erst dann von zwei evangelischen Bischöfen salben. Der Papst akzeptierte Friedrichs Königswürde nie, denn Preußen war seit 1525 lutherisch, und Friedrichs Vater, der Große Kurfürst, hatte im Westfälischen Frieden die evangelische Seite gegen das Papsttum vertreten.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_I._(Preu%C3%9Fen)

Der Papst akzeptierte Friedrichs Königswürde also nie, lesen wir dort. Wie es dazu kam, schildert uns Heinrich von Treitschke:

„Auf Luther’s Rath entriß der Hohenzoller Albrecht der römischen Kirche das größte ihrer geistlichen Territorien. Das gesammte Gebiet des neuen Herzogthums Preußen war entfremdetes Kirchengut; des Papstes Bann und des Kaisers Acht trafen den abtrünnigen Fürsten. Niemals wollte der römische Stuhl diesen Raub anerkennen. Indem die märkischen Hohenzollern die Herzogskrone ihrer preußischen Vettern mit ihrem Kurhute verbanden, brachen sie für immer mit der römischen Kirche; ihr Staat [das Königreich Preußen] stand und fiel fortan mit dem Protestantismus.“ [2]

Das römische Papsttum stand also auf Kriegsfuß mit den Hohenzollern, weil diese für den Protestantismus Partei ergriffen haben und sich damit direkt gegen den Vatikan wandten. Seit dem 30jährigen Kriege war Brandenburg/ Preußen der Zufluchtsort für Protestanten aus ganz Europa, die vor Verfolgung und Repressalien durch die katholische Kirche flohen.

Nach Friedrich I. bestieg der Hohenzoller Friedrich Wilhelm I. den Thron Preußens, der die Unabhängigkeit, Freiheit und Souveränität des jungen protestantischen Königreiches gegen die Missgunst der römisch-katholisch dominierten Reichsfürsten und Könige durch Ausbau und Perfektionierung des preußischen Militärs erfolgreich behauptete, was ihm dem Beinamen „der Soldatenkönig“ einbrachte.

Nach Friedrich Wilhelm I. Tod bestieg dessen Sohn Friedrich II. den Thron Preußens, der mit dem ihm beigegebenen Namen der Große unsterblich werden sollte. Friedrich II. machte alte Erbansprüche auf Schlesien geltend und entriss dieses Land, in dem viele Protestanten lebten, dem österreichischen Hause Habsburg, das als Inhaber der römischen Kaiserkrone seit jeher fest unter der Kontrolle des Vatikans stand. Die protestantische Bevölkerung in Schlesien litt entsprechend unter Repressalien und konnte ihren Glauben nicht frei ausleben. Friedrich behauptete Schlesien im siebenjährigen Krieg, obwohl Rom die Großmächte Russland, Frankreich und Österreich gegen das kleine Preußen ins Feld führte.

Aufmerksame Leser werden an dieser Stelle bereits mit Recht vermuten, dass der Vatikan nicht glücklich über diese Entwicklung gewesen sein konnte. Unter der Regierung Friedrichs II. wurde denn auch zum ersten Mal überhaupt in einem Staat die Religionsfreiheit eingeführt: „Ein jeder muss nach seiner Fasson selich werden können. Der Fiskus muss nur davohr sorgen, dass eine Religion der anderen keinen Abbruch tuhe.“ lesen wir von Friedrich II. in seinen Briefen. [3]

An die Kurfürstin-Witwe von Sachsen schreibt Friedrich II. am 3. Mai 1768 [3] gar folgendes:

Friedrich II: Papst bin ich

Unter Friedrich dem Großen, selber Philosoph und Freigeist, entwickelte sich das Königreich Preußen nicht nur zur Großmacht in Europa sondern zur führenden Kraft der Aufklärung und daraus resultierend kam es zur Reformation des Staatswesens hin zur natürlichen Freiheit der Staatsbürger. Er war es, der das Gesetzbuch „Allgemeines Landrecht“ bei Cocejii in Auftrag gab, dessen Fertigstellung Friedrich der Große selbst nicht mehr erleben durfte. Doch die von ihm damit eingeleitete Reformation des Rechts in Preußen wirkt sich bis heute auf ganz Deutschland aus: Das Preußische Landrecht von 1794 darf mit Fug und Recht als Vorgänger des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) von 1900 angesehen werden.

Über eben dieses Allgemeine Landrecht lesen wir bei Heinrich von Treitschke nun folgendes:

„Zweck des Staates ist das allgemeine Wohl, nur um dieses Zweckes willen darf der Staat die natürliche Freiheit seiner Bürger beschränken, aber auch – alle bestehenden Privilegien aufheben. Der König ist nur das Oberhaupt des Staates, hat nur als solches Rechte und Pflichten – und dies in Tagen, da Biener und andere namhafte Juristen das Privateigenthumsrecht der deutschen Fürsten an Land und Leuten noch als einen unbestreitbaren Rechtssatz verfochten. […]

Mit diesem Gesetzbuch sprach der alte Absolutismus sein letztes Wort: er umgab seine Gewalt mit festen Schranken, erhob das Gemeinwesen zum Rechtsstaate; er betrat zugleich, indem er die Herrschaft des römischen Rechts zerstörte, ahnungslos den Weg, der zu einer neuen Rechtseinheit des deutschen Volkes führen musste. […]

Der Glaube an die Herrschaft des Gesetzes, die Vorbedingung aller politischen Freiheit, ward eine lebendige Macht im Beamtenthum wie im Volke. Wenn der Staat bestand um des gemeinen Wohles willen, so führte eine unaufhaltsame Nothwendigkeit, von der Friedrich der Große nichts ahnte, zu dem Verlangen: Aufhebung der Privilegien der höheren Stände und Theilnahme der Nation an der Staatsleitung.“ [4]

Von der Zerstörung des römischen Rechtes und von einer neuen Rechtseinheit des deutschen Volkes lesen wir erstaunt.

Und wenn es darin heisst „Zweck des Staates ist das allgemeine Wohl“, müssen wir augenblicklich an den Staatszweck des Deutschen Reiches denken, wie er in der Präambel der Bismarck’schen Reichsverfassung festgehalten ist: „Schutz des Bundesgebietes sowie des innerhalb desselben gültigen Rechts und zur Pflege der Wohlfahrt des deutschen Volkes.“ heisst es dort.

Otto von Bismarck weitete nicht nur die Unabhängigkeit und Freiheit des preußischen Protestantismus gegenüber dem Vatikan auf das gesamte Deutsche Reich aus – er schlang mit der Reichsverfassung ein ewiges Band um das Erbe Friedrichs des Großen und legte damit den Grundstein für die Freiheit aller Deutschen:

„Die Rechtsfähigkeit des Menschen beginnt mit der Vollendung der Geburt.“
(§1 BGB)

Ja, der Deutsche Kaiser ist als König von Preußen tatsächlich von Gottes Gnaden.

Der Deutsche Kaiser war aber kein Knecht Satans, denn das Deutsche Reich manifestierte das Kaisertum des Protestantismus und damit die Unabhängigkeit aller Deutschen von der Knute Roms und vom schändlichen Einfluss der römisch-katholischen Universalkirche auf die Menschheit.

Die Bestrebungen der jesuitisch kontrollierten Zentrumspartei im Deutschen Reich, wie auch ihre Rolle beim Putsch im November 1918 mag einjeder selber für sich in Erfahrung bringen. Es war übrigens ein gewisser Reichskanzler Hitler, der mit dem Reichskonkordat dem Vatikan die Tür zum Reich wieder öffnete, jene Tür, die Otto von Bismarck dem Satan vor der Nase zuschlug.

Eine abschließende, unmissverständliche Deutung des Gottesgnadentums des Deutschen Kaisers liefert Papst Benedikt XV., der nach dem Putsch am Kaiser und dem Ende des ersten Weltkrieg jubilierte:

„Jetzt hat Luther den Krieg verloren!“

oder auch der polnische Kardinal Stefan Wyszinksi, der 1965 sagte:

Mit der Wiedergewinnung [der deutschen Ostgebiete], mit der Vernichtung des preußischen Staates und der Zerschlagung des Deutschen Reiches hat die GEGENREFORMATION ihr Ziel erreicht.“ [5]

Quellenangaben:
[1] US-Historiker und Leopold-von-Rankepreisträger David L. Hoggan in seinem Buch „Meine Anmerkungen zu Deutschland“, 1988

[2] Heinrich von Treitschke – Deutsche Geschichte im 19. Jhd Band 1

[3] Der König – Friedrich der Große in seinen Briefen

[4] Heinrich von Treitschke – Deutsche Geschichte im 19. Jhd Band 1

[5] zitiert in Else Löser, „Polen und die Fälschung seiner Geschichte“, 1982

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