Wie sieht die natürliche Person eines Deutschen aus?

„… bis die Deutschen selber so durcheinander geraten sein werden, dass sie nicht mehr wissen, was sie tun.“ mit diesen Worten kündigte der britische Chefpropagandist Sefton Delmer nach dem sog. zweiten Weltkrieg an, wie weit die Umerziehung der Deutschen getrieben werden soll.

Blickt man sich in der Gegenwart um, beschleicht einen leicht das Gefühl, daß die Umerziehungsmaßnahmen maximal erfolgreich umgesetzt wurden. Das lässt sich am Beispiel der natürlichen Person eines Deutschen besonders gut veranschaulichen. Insbesondere in den sozialen Medien begegnen einem regelmäßig Zeitgenossen, die sich selbst als „aufgewacht“ bezeichnen und die deswegen keine Person mehr sein wollen, sondern Menschen. Im besten Falle wollen sie deutsche Menschen sein, also Deutsche mit einer Staatsangehörigkeit in einem Bundesstaat gemäß § 1 des Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz vom 22. Juli 1913, die sich auf die natürliche Person gemäß § 1 BGB berufen können.

Dies soll zum Ausdruck gebracht werden durch verschiedene Schreibweisen der Namen der Person. So finden sich unter anderem häufig Schreibweisen wie diese:

Muster, Max
M u s t e r, Max
:max :muster
Max aus der Familie Muster
Max aus dem Hause Muster

Deshalb wollen wir uns heute der Frage annehmen:

Wie sieht die natürliche Person eines Deutschen aus?

Im Prinzip ist die Antwort ganz einfach herauszufinden, denn eines haben alle oben genannten Beispiele gemeinsam: Es findet sich kein authentischer historischer Beleg für diese Schreibweisen.

Ein Blick auf historische Dokumente aus der Zeit 1871 bis 1918 wird also sicher hilfreich sein:

Aus den dargelegten Dokumenten lässt sich eine Gemeinsamkeit feststellen:
Sie alle weisen als Personenmerkmale Rufname, Zuname und Stand auf:

Rentenbescheinigung: Maurer Willi Lange.
Aufnahmeurkunde: Gartennahrungsbesitzer Ernst Liebig.
Heimatschein: Fabrikarbeiter Hermann Dahlhaus.
Trauschein: Arbeiter Franz Kreienhoop.

Was ist der Stand einer Person?

Der Stand einer Person gibt Rückschluss auf den Lebens-um-stand eines Menschen oder konkreter, womit ein Mensch seinen Lebensunterhalt bestreitet.

Schauen wir auf ein Zivilstandsregister, hier am Beispiel Sachsen-Coburgs:

Wir stellen fest: Zu jeder Person wird im Deutschen Reich der Stand angegeben.

Das Handwörterbuch der preußischen Verwaltung macht den häufig als kompliziert empfundenen Unterschied zwischen natürlicher Person und juristischer Person noch deutlicher:

aus ➡️ Handwörterbuch der Preußischen Verwaltung, Band 1, zweite Auflage 1911, Seite 3

Es wird unterschieden zwischen physischen (natürlichen) und nichtphysischen (juristischen) Personen. Das bestätigt ein Blick in juristische Literatur:

Die natürliche Person ist der Mensch.

aus ➡️ Systematische Rechtswissenschaft. Die Kultur der Gegenwart. Seite 86ff.

Wie sich dies in der Praxis gestaltet, wird wiederum an einem Beispiel aus Sachsen-Coburg ersichtlich:

August Eggers = nichtphysische (juristische) Person = Firma.
Kaufmann August Eggers = physische (natürliche) Person = deutscher Mensch.

Die physische und damit natürliche Person eines Deutschen kennzeichnet sich durch den Stand, hier „Kaufmann“.

Hieraus ist nun eindeutig ersichtlich, woran die natürliche Person eines Deutschen festgemacht wird: An ihrem Stand.

Nur durch die Angabe des Standes ist die natürliche Person festzumachen.

Die natürliche Person eines Deutschen schreibt sich also 👇🏻

Maler Max Muster
oder
Max Muster, Maler

Einen Beleg dafür liefern beispielhaft folgende Musterschreiben, entnommen aus dem Buch „Deutsches Reichs-Gesetzbuch für Industrie, Handel, Gewerbe, Handwerk und Landwirtschaft“ aus dem Jahr 1909:

Wir stellen fest:

Die natürliche Person »eines Deutschen« ist gekennzeichnet durch den Stand:
Lehrer Robert Butz.

Ein Lehrer KANN schließlich keine Sache und damit keine juristische Person sein. Bei der Kommunikation als Deutscher ist darum STETS der Stand anzugeben.

An dieser Stelle wird übrigens auch ersichtlich, daß der Staatsangehörigkeitsausweis der Bundesrepublik Deutschland, der sog. „Gelbe Schein“ NICHT die natürliche Person eines Deutschen ausweist, denn sonst müsste darauf der Stand vermerkt sein. Aber ganz im Gegenteil: Wie von uns im Artikel „Gelber Schein ja oder nein? Punkt 8“ festgestellt, beruft man sich mit Antragstellung gemäß § 30 StAG zwar auf das RuStAG, allerdings im Rechtsstand 28. Juni 1919.

Der Beweis dafür findet sich in der sog. Verfassung des Deutschen Reiches 11. August 1919. Darin heißt es nämlich in

Artikel 109 der sog. „Weimarer Reichsverfassung„:
Öffentlich-rechtliche Vorrechte oder Nachteile der Geburt oder des Standes sind aufzuheben.

Konkret normiert dieser Artikel den bürgerlichen Tod für alle Deutschen, denn – wie oben eindeutig belegt – ist es gerade der Stand, der die natürliche Person eines Deutschen kennzeichnet und ausmacht.

Drum merket, deutsche Brüder und Schwestern: Wollt ihr im Rechtskreis gesetzlicher Deutscher agieren, so ist zwingend die natürliche Person zu verwenden:
Rufname Zuname, Stand oder Stand Rufname Zuname.

7 comments on “Wie sieht die natürliche Person eines Deutschen aus?

  1. Michael Berndt, Rentner

    Guten Tag Sascha,
    Ist es möglich das du mir die Aufnahmeurkunde in die Königlich Sächsische Hauptmannschaft von Ernst Herman Liebig als Scan schicken kannst?
    Ich lebe in Bischdorf und mein Nachbar ist mit einem Weib,geboren Röntsch verheiratet.
    Ein sehr interessantes Dokument
    Danke und Grüsse von
    Michael Berndt,Rentner

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    1. Sascha171 Post author

      Guten Tag Michael. Bedauerlicherweise haben wir aktuell kein besseres digitales Exemplar vorliegen als das hier verwendete.

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  2. Petra

    Guten Abend, welche Verfassung ist denn jetzt eigentlich die Anstrebsame? Die von 1849 oder die von 1871? Ich habe nämlich das Gefühl, die 71er steht im Handelsrecht und nicht im Menschenrecht. Oder verstehe ich da etwas nicht?
    Vielen Dank 🙏 im Voraus!

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    1. Sascha171 Post author

      Guten Tag Petra. Sagen wir mal so: Deutsche gibt es überhaupt nur im Rahmen der Reichsverfassung von 1871 und Reichsgründer Otto von Bismarck sollte mit folgenden zwei Zitat aus seinen Gedanken und Erinnerungen dein „Gefühl“ beruhigen: „»Die völkerrechtliche Politik und das Recht der deutschen Nation, ungeteilt als solche zu leben und zu atmen, kann nicht nach privatrechtlichen Grundsätzen beurteilt werden.« und »Die Reichsverfassung sichert der deutschen Nation die völkerrechtliche Existenz.« Ich lege dir dringend ans Herz, dich mit der deutschen Verfassungsgeschichte auseinander zu setzen → Kleine deutsche Verfassungsgeschichte

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  3. Helmut

    Die Grundlage für die „Umerziehung“ der deutschen Bevölkerung bildet, nach wie vor, der Vertrag von Versailles mit seinen über 400 Artikeln und unübersehbaren Paragrafen, gegen unser deutsches Volk – unverkennbar, das „Buch der Hölle“. Die Briten haben nicht nur einen erheblichen Anteil an der Vorbereitung des I. Weltkrieges gegen das deutsche Kaiserreich geleistet, sondern in Erfüllung des Versailler-Diktats, die Fortsetzung des 2. Teils des Krieges organisiert (Suworow, Stalins verhinderter Erstschlag). Ja, wir betrachten auch die Ergebnisse der Umerziehung unserer Einwohner im Schein der westlichen ideologischen Bevormundung. Den Erfolg, der Umerziehung der Menschen in Deutschland nach westlicher Ideologie, kann man täglich im Bewußtsein einzelner Einwohner ersehen. Mit „Stolz“ tragen Einwohner die Kriegsflagge der USA auf der Brust, ihre Kleiderordnung und ihr persönliches Verhalten, ihr Aussehen, ist entehrend anzusehen. Aufmerksame Deutsche bemerken die uferlosere Veränderung der deutschen Persönlichkeit in der Öffentlichkeit unserer Gesellschaft. Der Höhepunkt der Umerziehung der Einwohner zu hörigen Sklaven ist erreicht: Unsere Kinder schutzlos vor Impfterror! Mütter, wir haben keine Rechte, sondern Parteien! Eltern, ihr habt die Verantwortung für die Gesundheit und das Leben der Kinder! (sehe auch bei https://wissen.ewigerbund.org/patentgesetz/)

    Im Lexikon „Was willst du wissen“, Emil Stocks Verlag Leipzig 1908, sind interessante Beispiele aus der Praxis für die Wortwahl der natürlichen Person eines Deutschen genannt. Z.B. Polizeibehörde (Zeitz, am 15. Oktober 1910), Robert Roßmann, Tischlermeister; Ernst Hübler, Privatmann (S.435); Königl. Amtsgericht zu Ehrenfriedersdorf gibt im Druck vor: Stand und voller Name des Klägers (S.692).

    Lieber Sascha, danke für die eindeutige Klarstellung und verständliche Art der Argumentation, wie die natürliche Person eines Deutschen zu dokumentieren ist. Freilich mit der Voraussetzung, der abgeschlossenen Thematik zur Volkerfassung: (https://www.ewigerbund.org/volk/) Möge die gegebene Information in unserer Heimat dem deutschen Namen dienen, daß immer häufiger und kraftvoller der Satz erklingt: Ich bin ein Deutscher!

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